Nehmen wir in unserem Beispiel zunächst an, morgens mit der Erkenntnis aufwachen, sich für die Realisierung von Internetseiten als Webmaster berufen zu fühlen. Die anfängliche Erkenntnis und die vorhandene Eigenmotivation an dieses Thema heranzugehen bewegt uns dazu, sich das Grundwissen für die Realisierung von Webseiten didaktisch oder autodidaktisch anzueignen.
Was das Grundwissen angeht, so betrifft dies das Erlernen von HTML, sowie die Aneignung einer serverseitigen Programmiersprache.
Weitere Kenntnisse, welche letztendlich zur Realisierung einer Webseite nötig sind würden hier von der angehenden Thematik ablenken und somit wird auf diese nicht weiter eingegangen. Dies betrifft Konzepterstellung mit dem Kunden, Domainbestellung und die Organisation eines Webspaces, um nur einige Punkte am Rande zu erwähnen.
HTML (= Hyper Text Markup Language) als Seitenbeschreibungssprache
Die Aneignung der Beschreibungssprache HTML (d.h.: Hypertext Markup Language) ist nötig um die einzelnen Komponenten einer Webseite, wie zum Beispiel Seitenstruktur, Texte und Bilder, korrekt darzustellen. Mit Kenntnissen in HTML ist es uns dann möglich statische Webseiten wie Seiten, welche lediglich als Visitenkarte fungieren sollen, zu realisieren.
Um die dynamische Fähigkeit einer Internetseite zu verwirklichen, was soviel bedeutet das die Seite auf entsprechende Mausklicks oder Eingaben vom Besucher (=User) individuell reagiert, eignen wir uns eine serverseitige Programmiersprache an. Ich werde hierzu PHP verwenden.
PHP (Hypertext Preprocessor) als serverseitige Programmiersprache
Die Skriptsprache PHP, welche als extra installiertes Modul auf dem Server liegt, nimmt PHP-Code entgegen, der vom Webserver nicht verarbeitet werden konnte, aber von ihm als PHP-Code erkannt wurde. PHP rechnet die ihm vorgegebenen Programmzeilen durch und reicht die Ergebnisse an den Webserver zurück. Der Client, welcher dann die fertige Webseite bekommt, sieht bei den dynamisch berechneten Seitenbereiche lediglich die Ergebnisse und benötigt somit nicht mal die Kenntniss über
die Anwesenheit einer Programmiersprache auf dem Server.
Mit den nun angeeigneten Kenntnissen in HTML und PHP begegnen wir unserem ersten Kunden, welcher von uns anfangs eine visitenkartenähnliche Webseite abverlangt.
Bei ersten Gesprächen mit dem Kunden stellt sich heraus, daß dieser einen kleinen Obstladen betreibt, für welchen die zu erstellende Webseite als Firmenpräsentation dienen soll. Die Spezifikationen seiner ersten Webseite sollen lediglich ein paar Links, sowie eine statische Willkommensseite beeinhalten.
Siehe hierzu Abbildung Oben im Anhang. Die Abbildungen sind bewußt simpel gestrickt um das Augenmerk auf den betreffenden Punkt zu halten. Diese Seite ist einfach zu realisieren, da sie als statische Seite voll ausreicht. Sollte der Kunde
spätere Abänderungen an dem Willkommenstext wünschen, so werden wir als Webmaster dies mit einem nicht allzu großen Aufwand korrigieren können. Mit dem realisierten Webseitenvorschlag treffen wir uns mit dem Kunden, auf dass dieser seine
Webseite absegnen soll. Doch ergeben sich bei diesem Treffen weitere Wünsche.
Er möchte seine Produkte auf einer Unterseite aufgelistet haben. Wir als Webmaster entscheiden dies als Liste darzustellen, bei welcher sich, mit steigender Anzahl der Produkte, jedoch die Problematik ergibt, daß es eine sehr lange Seite werden könnte. Als Lösung unterteilen wir die Produkte auf einzelne Seiten, welche durchblättert werden können. Auch dies ist noch statisch darstellbar, nur würde sich hier der Aufwand beträchtlich steigern, falls der Kunde öfters Aktualisierungen wünscht, was Hinzufügen von neuen Produkten oder Abänderungen der vorhandenen Produkten angeht. Siehe hierzu folgende Abbildung.
Bei einem erneutem Treffen stellt sich nach der Präsentation der Produktliste heraus, daß soviel Text in den langen Listen als langweilig erscheint. Er wünscht somit nun noch zusätzlich pro Produkt ein passendes Bild. Nach Absprache erhalten wir dann das benötigte Bildmaterial, bei welchem sich herausstellt, daß es noch unbearbeitet ist. Diese Bilder müssen in der Größe angepasst werden und zusätzlich noch komprimiert werden, damit die Grafiken in erschwinglicher Zeit von
Webseitenbesuchern angeschaut werden können. Mit Anpassung der Bilder schweifen wir vom eigentlich Beruf des Webmasters ab und rutschen in die Thematik des Grafikdesigners.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist unsere Seite immer noch komplett statisch. Abänderungen kosten viel Zeit und Aufwand, sind jedoch noch zu realisieren. Uns wird langsam klar, daß falls das so weitergeht, der Aufwand was die Pflege der Seite angeht, in unverhältnismäßige große Dimensionen wachsen wird.
Dies soll uns nun beim nächsten Treffen völlig ins Bewußtsein gerufen werden, als der Kunde mit einem weiteren Wunsch kommt. Er möchte zum einen noch eine weitere Angabe zu seinen Produkten, nämlich die Angabe der Saisonzeit, um somit die Umsatzzahlen seines Ladens weiter zu erhöhen.
Um Verwirrung oder Unübersichtlichkeit zu vermeiden, möchte er auf einer extra dafür eingerichteten Unterseite eine grafische Auswertung, welche tabellarisch in einer Grafik dargestellt werden sollen. Spätestens hier sollte uns klar werden, daß eine rein statische Seite, welche immer “von Hand” gewartet werden muss, hier für unseren Fall vollkommen nutzlos ist. Zum einen erledigen wir Arbeiten, welche für den Kunden bestimmt sind und zum Anderen noch die des Grafikdesigners. Würden wir auf diese Weise weiterarbeiten, könnten wir meiner Meinung nach höchstens 3-5 Webseiten für verschiedene Kunden realisieren und sind ab diesem Zeitpunkt dann nur noch mit Wartung und Pflege der Inhalte der einzelnen Seiten beschäftigt. Das ist nicht tragbar.
Ein Lösungsansatz von uns Webmastern könnte hier sein, den oft zu aktualisierenden Inhalt der Webseite getrennt zu lagern und ihn auf Bedarf abzurufen. Beispielsweise in einer Datenbank. Da die Anpassung und Komprimierung der Bilder monotone Arbeit ist, könnte auch hier eine Programmiersprache greifen, welche das für uns übernimmt. Wie wir es von anderen Webseiten kennen, könnten wir eine Art Webseitenformular bauen, welches unseren Inhalt entgegennimmt und entsprechend verarbeitet. Auch wäre ein Formular für das automatisierte Einfügen von Bildern und deren Anpassung nötig. Für die grafische Auswertung könnten wir HTML-Begriffe dynamisch von PHP erstellen lassen, so daß sich die Webseite entsprechend bestimmter Formulareingaben von Saisonbeginn und Saisonende, “sich selbst” zusammenbaut.
Um es auf den Punkt zu bringen beginnen wir mit diesen Denkansätzen ein Content Management System zu realisieren. Eine Software, welche in einem (von der Webseite getrennten) Bereich, den Inhalt der Webseite verwalten läßt.
(Written by C. van Keulen)
